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Wissenswertes  >Urlaub & Hund

Urlaub im Süden mit dem Hund - ein Gesundheitsrisiko?

 

Beinahe jeder Hund freut sich mit seiner Familie auf Reisen zu gehen. Die Entscheidung, den Hund mit in den Süden zu nehmen- Slowenien, Kroatien, Italien, Frankreich, Spanien, Ungarn, Griechenland, sollte jedoch reiflich überlegt sein.

In all diesen Ländern gibt es sehr viele streunende Hunde. Die medizinische Vorsorge dieser Hunde ist gleich Null. Das bedeutet, dass Krankheitserreger und Parasiten unter ihnen weit verbreitet sind. Wegen des warmen Klimas kommen noch zusätzliche Erreger vor, gegen die unsere Hunde keine Antikörper gebildet haben.

Das heißt, es besteht einerseits ein hoher Infektionsdruck für Staupe-, Parvo- und Tollwutviren, Leptospiren, Flöhe und Zecken.
Ihr Hund muss daher vor Reiseantritt regelmäßig geimpft und gegen Flöhe und Zecken geschützt sein (wasserfest, wenn er auch baden möchte).

Andererseits muss das Infektionsrisiko mit südlichen Erregern bedacht werden. Diese Reisemitbringsel können zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen.

Dazu zählen

  • Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)
  • Leishmaniose (Zoonose)
  • Babesiose (Hundemalaria)
  • Ehrlichiose
  • Anaplasmose (Granulozytäre Ehrlichose)


>>Herzwurmerkrankung

Herzwürmer (Dirofilaria immitis) sind 12 bis 31 cm lange, dünne Würmer, die im Blutgefäßsystem, bevorzugt in den Lungenarterien und in der rechten Herzkammer, aber auch in anderen Organen wie der Bauchhöhle, dem Zentralnervensystem oder den Augen bei Hunden, Katzen und Füchsen und anderen Tieren sowie auch beim Menschen vorkommen können.

Früher kam dieser Parasit hauptsächlich in Amerika und in tropischen und subtropischen Regionen vor. Derzeit ist er jedoch auch in den Mittelmeerländern weit verbreitet.

Übertragung
Erfolgt durch Stechmücken oder über die Muttermilch infizierter Weibchen.

Symptome
In mehr als der Hälfte aller betroffenen Fälle verläuft die Infektion lange symptomlos.
Chronischer Husten, Blutbeimengungen im Speichel, Gewichts- und Konditionsverluste, Veränderungen im Haarkleid, Blutarmut bis hin zu Kollapsen, Leber- und Nierenschäden, Schock und Tod treten auf.

Diagnose
Die Diagnose erweist sich als sehr schwierig, da die Wurmlarven im Blut nur sehr selten nachgewiesen werden können und die Antikörperbildung nur langsam erfolgt.

Therapie
Eine Behandlung erweist sich als problematisch. Die absterbenden Würmer verstopfen die kleinen Gefäße in der Lunge. Es kommt zu Lungenembolien mit Fieber, Husten und Schweratmigkeit. Eine Heilung ist nicht möglich.

Vorbeugung
Vor Reiseantritt wird ein Mittel angewendet, dass die Wurmlarven nach dem Mückenstich abtötet. Intensive Mückenabwehr.


>>Leishmaniose

Die Leishmaniose gehört zu den Zoonosen, also den Erkrankungen, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können. Diese Krankheit stellt für den Hund eine unheilbar Erkrankung dar.

Übertragung
Erfolgt durch nacht- und dämmerungsaktive Sandmücken, der Gattung Phlebotomus.

Risikogebiete
Mittelmeerraum, Frankreich, Spanien…

Symptome
Die Erkrankung erfolgt ein bis 18 Monate nach dem Auslandsaufenthalt. Meist wird kein direkter Zusammenhang mit dem Urlaub hergestellt.
Man unterscheidet eine Hautleishmaniose von einer systemischen Form, die innere Organe befällt. Meist treten jedoch beide Formen gemeinsam auf.
Die Symptome variieren. Gewichtsverlust, Leber- Milzvergrößerung, Lymphknotenschwellung, Schwäche, Durchfall, Erbrechen, Haarausfall, Hautgeschwüre und Bindehautinfektionen. Hochverdächtig sind nicht juckende chronische Ekzeme mit Haarausfall am Nasenrücken, um die Augen und an den Ohrspitzen.
Die Tiere magern stark ab. Der Krankheitsverlauf zieht sich über Monate hinweg.

Therapie
Die Behandlung ist schwierig bis kaum möglich.

Gefahr der Übertragung auf den Menschen
Das Risiko ist gering. Jedoch über Hautwunden möglich.


>>Ehrlichiose

Stammt aus den Tropen und Subtropen. Die Erreger befallen die weißen Blutkörperchen (Monozyten).

Übertragung
Erfolgt durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Symptome
Acht bis 20 Tage nach der Infektion treten Fieberschübe, Lymphknotenschwellung, Nasen- und Augenausfluß auf. Meist werden die ersten Symptome übersehen.
Chronische Symptome sind Lustlosigkeit, Müdigkeit, verminderte Fresslust, Lymphknoten- und Milzvergrößerung, Nasenbluten und Einblutungen an der Haut, den Schleimhäuten und Gelenken.
In schweren Fällen kommt es zu Erbrechen, Blutungen, Atemnot, Fieber, Veränderung der Augenfarbe, bis hin zum Erblinden, Bewegungsstörungen und Hirnhautentzündungen.

Therapie
Erfolgt mit spezifischen Antibotika, Vitaminen und Cortisonen.

Gefahr für den Menschen
Erfolgt durch Zecken bzw. durch das Blut infizierter Hunde.

Prophylaxe
Mücken- und Zeckenschutz


>>Anaplasmose (Granulozytäre Ehrlichose)

Die Anaplasmose wird durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum verursacht. Der Erreger befällt die weißen Blutzellen (Granulozyten) und vermehrt sich in ihnen.

Die Übertragung erfolgt durch einen Zeckenstich des gemeinen Holzbockes
(Ixodes ricinus).

Die Anaplasmose ist auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz weit verbreitet.

Die Erkrankung zeigt ähnliche Symptome wie die Ehrlichose.
Befallene Tiere sind teilnahmslos, haben Fieber, erbrechen und leiden an Durchfall. Meist treten auch Lahmheiten aufgrund von Gelenksentzündungen auf.

Der Mensch kann sich vom Hund nur über direkten Blutkontakt anstecken.

Wichtig: Zeckenbekämpfung!!!

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