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Wissenswertes  >Zecken

Zecken - Gefährliche Plagegeister

 

Die blutsaugenden Zecken leben auf der Hautoberfläche und stellen nicht nur ein hygienisches Problem dar.

Diese Parasiten sind Überträger zahlreicher für den Hund lebensbedrohlicher Erkrankungen.

Im Gegensatz zum Flohbefall, der ganzjährig erfolgen kann, kommt es zum Zeckenbefall hauptsächlich von März bis Oktober.

In trockenen Sommermonaten ist der gemeine Holzbock weniger aktiv. Optimale Umgebungstemperatur für diese Viecher sind 17-20°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 70-85%. Andere Arten lieben Trockenheit und Hitze und kommen deshalb in den Mittelmeerländern vor. Von wo sie auch eingeschleppt werden können.

Zecken leben in Wiesen und Wäldern und lauern an Grashalmen auf ihren Wirt. Ihr Opfer erkennen Zecken durch die Erschütterung, Wärme und Geruch des Wirtes. Hierbei hilft ein besonders Organ (Haller`sche Organ) am vordersten Beinpaar.

Blut saugen jedoch nur die Weibchen.

In Österreich und Deutschland ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) heimisch. Durch den steigenden Hundetourismus aus Südeuropa wurde die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) eingeschleppt, die bereits in einigen Regionen endemisch ist.

Die braune Hundezecke befällt wie der Name schon sagt nur Hunde und kann sich in unseren breiten nur in der Wohnung vermehren.


>>Entwicklungszyklus

Die Zecken entwickeln sich über folgende Stadien
Eier- Larven-Nymphen- adulte Zecke

Die vollgesogenen Weibchen (Dauer ca. 48 Std.) legen unter Steinen und Pflanzen ihre Eier ab, danach sterben sie.

Jedes Entwicklungsstadium muss eine Blutmahlzeit zu sich nehmen.

Aus den Eiern schlüpfen nach drei bis fünf Wochen die sechs beinigen Larven. Sie sind ca. 1mm groß und befallen meist kleine Säugetiere wie Mäuse u.ä.

Nach weiteren fünf bis sieben Wochen häuten sich die Larven zu acht beinigen Nymphen. Sie saugen meist an Vögeln, Eichhörnchen, kleinen Kindern, Hunden, Katzen und Füchsen Blut.

Zehn bis 18 Wochen später entwickeln sich die adulten Zecken aus den Nymphen.
Diese befallen Hunde, Katzen, Rinder, Schafe, Wild- und Haustiere sowie den Menschen.

Der gemeine Holzbock ist demnach dreiwirtig, dass heißt, alle einzelnen Entwicklungsstadien müssen sich einen eigenen Wirt suchen. Deshalb kann die Entwicklung schon innerhalb weniger Monate erfolgen oder aber auch zwei bis drei Jahre dauern.

Die braune Hundezecke entwickelt sich nur auf dem Hund und beißt sich nicht so stark fest.


>>Krankheiten, die von Zecken übertragen werden

Die Krankheitserreger befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken und werden mit der Blutmahlzeit auf den Wirt übertragen.

Zecken übertragen folgende für den Hund lebensbedrohliche Erkrankungen

  • Babesiose
  • Borreliose
  • Ehrlichose
  • Anaplasmose
  • FSME

Genaueres über diese Erkrankungen finden Sie bei den Reisekrankheiten.


>>Zeckenentfernung

Meist werden diese Biester erst nach der Blutmahlzeit entdeckt, wenn sie sich um ein vielfaches vergrößert haben.

Zecken sollen möglichst rasch und stressfrei entfernt werden. Am besten in leichten Drehbewegungen. Ob nach rechts oder nach links gedreht wird, ist dabei egal.

Ein Betäuben der Zecke mit Öl, Klebestoffe oder anderen Hilfsmitteln sollte tunlichst vermieden werden, denn so kommt es zu einer verstärkten Übertragung von Krankheitserregern.

Falls der Zeckenkopf in der Haut verbleibt, wächst er meist nach einer gewissen Zeit heraus, oder kapselt sich ab und ist als kleines Knötchen in der Haut spürbar.

Besser ist auf jeden Fall wenn sie den Zeckenkopf von Ihrem Tierarzt entfernen lassen.


>>Zeckenbekämpfung

Ist meist der einzige wirkliche Schutz, der unsere vierbeinigen Freunde vor den lebensbedrohlichen Erkrankungen bewahren kann.

Das Ziel besteht in der Zeckenabwehr (repellierende Wirkung) und in der raschen Tötung, bevor sie sich festbeißen und Blut saugen.

Bei Repellentien fühlen sich die Parasiten auf der Haut wie auf einer heißen Herdplatte und versuchen vom Wirt zu flüchten. Bei diesem Fluchtversuch nehmen sie genug chemische Substanzen auf, die sie rasch töten.

Zur Zeckenbekämpfung stehen Halsbänder, Puder, Shampoos und Spot On Lösungen zur Verfügung.

Letztere sind Lösungen, die in kleinen Ampullen verpackt sind und direkt auf die Haut aufgetragen werden. Beim Stift und Warentest (7/2003) wurden diese Spot On Lösungen mit der Note „Sehr gut“ ausgezeichnet.
Die Substanz verteilt sich innerhalb von 24 Stunden via Hautblutgefäße über die gesamte Hautoberfläche und wirkt dann in den oberen Hautschichten.

Um eine ausreichende Wirksamkeit von Spot On Lösungen zu erzielen sollten Tiere einen Tag vor und nach dem Auftragen nicht schwimmen gehen oder starkem Regen ausgesetzt werden. Außerdem sollten sie drei bis vier Tage vor und nach dem Auftragen nicht mit Shampoo gebadet werden.

Die Wirkdauer beträgt ca. vier Wochen. Dann ist eine Wiederholung der Schutzbehandlung erforderlich, da das Präparat mit der Zeit durch die natürliche Hautschuppung verloren geht.

Die Tiere können unbedenklich gestreichelt werden.

Kaninchen, die im Freien gehalten werden, können mit besonderen Sprays, die Sie von Ihrem Tierarzt erhalten, vor Zecken geschützt werden.

Zeckenbekämpfungspräparate vom Hund dürfen NIEMALS bei Katzen verwendet werden


>>Schützen Sie Ihren Hund vor Babesiose (Hundemalaria)

Die Babesiose ist eine für den Hund sehr lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird.

Wo kann die Hundemalaria vorkommen?
In allen warmen Klimazonen. Besonders stark vertreten in Frankreich, Österreich (Südliche Steiermark, Burgenland), Ungarn, Italien, Kroatien, Slowenien, Griechenland, Deutschland, Schweiz, Bulgarien, Rumänien und Südpolen.

Wie kommt es zur Babesiose?
Beim Blutsaugen werden die Erreger von der Zecke an den Hund weitergegeben.
Die Babesien werden durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) und die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen.

Zecken übertragen den Erreger auf ihre Brut
Anderes als bei der braunen Hundezecke, die sich durch eine Blutmahlzeit mit den Erregern infizieren muß, überträgt die Auwaldzecke die Babesioseerreger auf ihre Brut. Das heißt, alle 3000-5000 Eier einer infizierten Auwaldzecke sind auch mit dem Erreger der Babesiose infiziert.
Hierdurch erfolgt eine rapide Ausbreitung über immer neue Regionen.

Hunde- und Menschenmalaria
Sowohl bei der menschlichen Malaria als auch bei der Babesiose werden die roten Blutkörperchen mit den Parasiten befallen. Diese vermehren sich in den Erytrozyten und zerstören diese. Blutarmut, hohes Fieber und Gelbsucht sind die Folge. Die Erreger können im Blutausstrich meist nachgewiesen werden.
Für unbehandelte und schwer erkrankte (ungeimpfte) Hunde besteht Lebensgefahr.

Welche Symptome verursacht die Hundemalaria?
Die Zeit bis zum Auftreten der Infektion kann zwei Tage bis fünf Wochen betragen.
Typische akute Symptome sind Mattigkeit, Appetitlosigkeit, hohes Fieber (40-41°), roter bis dunkelbrauner Harn, helle Schleimhäute und Schwäche. In dieser akuten Phase tritt unbehandelt der Tot ein.
Bei chronischem Verlauf können Abmagerung, Teilnahmslosigkeit, Gelbsucht, Durchfälle, Schleimhautblutungen sowie entzündliche Veränderungen der Augen auftreten

Bei Auftreten von Symptomen unverzüglich zum Tierarzt!

Kann man Hundemalaria behandeln?
Ja

Vorbeugen ist besser als heilen:

Impfung
Die erste Impfung mindestens sechs Wochen vor Reiseantritt, die zweite Impfung ca. drei bis vier Wochen später. Die Impfung ist frühestens ab dem fünften Lebensmonat möglich. Vor der Impfung sollte vier Wochen vor und nachher keine andere Impfung sowie Behandlung erfolgt sein.
Empfindliche Hunde sollten am Tag der Impfung nüchtern sein.
Trächtige und säugende Hündinnen dürfen nicht geimpft werden.
Erkrankte und geheilte Hunde dürfen erst sechs Monate nach der Infektion geimpft werden (natürliche Immunität).

Hunde sollten von Ende Februar bis Ende November und ganzjährig auf Reisen in südliche Länder vor Zecken geschützt werden (Spot On Lösungen alle vier Wochen).
Da die Zecken ihre Erreger sehr rasch auf den Hund übertragen, ist das Absammeln kein sicherer Schutz. Sollte aber trotzdem regelmäßig durchgeführt werden.

Kann Babesiose auch den Menschen befallen?
Nein.

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